Waldgebiete in Eschweiler

Besonders im Süden der Stadt, an den Ausläufern von Eifel und Hohem Venn, sind Wald und freie Landschaft bestens zum Erholen geeignet. In den Waldgebieten Stadtwald, Bovenberger Wald, Halde Nierchen, Wardenslinde, Hoher Stein und teils im Propsteier Wald gibt es zahlreiche Erholungseinrichtungen wie Wanderwege, Lehrpfade, Reitwege, Schutzhütten und Bänke. Im Norden des Stadtgebietes laden insbesondere die Flächen um den Blaustein See, die aus Wald, Wiesen und Freizeitbereichen bestehen, zu Sport, Spiel und Erholung ein.

Die Waldflächen nehmen mit ca. 1.020 ha 13,4 % der Gesamtfläche des Stadtgebietes ein. Als größte zusammenhängende Waldflächen in Eschweiler sind der Propsteier Wald, der Bovenberger Wald, das Blaustein See-Gebiet und der Stadtwald zu nennen. Dazu zählen aber auch der Hoher Stein, das „Nierchen", „Wardenslinde" sowie weitere kleinere Waldparzellen. Für Klima- und Immissionsschutz sowie als Erholungsstätte für die Bevölkerung sind die Waldgebiete um Eschweiler von großer Bedeutung.

Mit dem Propsteier Wald, dem Stadtwald und dem Bovenberger Wald und Halde Nierchen sind die größten zusammenhängenden Waldflächen innerhalb des Stadtgebietes von Eschweiler als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Hinzu kommt noch das Landschaftsschutzgebiet Indetal zwischen Stolberg und Weisweiler in acht Teilabschnitten sowie mehrere kleinere Schutzgebiete im südlichen bis westlichen Stadtgebiet, die wegen ihrer Vielfalt, Eigenart oder Schönheit des Landschaftsbildes bzw. ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung in Landschaftsplänen festgesetzt wurden.

Der im Süden des Stadtgebietes gelegene Stadtwald erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 318 ha. Er liegt in den Wuchsgebieten Eifel und Vennvorland. Die Höhenlage schwankt zwischen 170 und 260 m über NN. Bedingt durch Steinkohlentagebau, Quarzit- und Lehmabbau sowie durch längst aufgelassene Halden wechseln Bodenverhältnisse und Geländestruktur oft kleinräumig.

Die Stadt Eschweiler schützt ihre Waldflächen durch Pflege und waldbauliche Maßnahmen. Hierzu zählen u.a. der Aufbau standortgerechter, krisenfester Waldbestände, die Umwandlung von Nadelholz- in Laubholzbestände sowie die Ausbildung von ausgeprägten Waldrändern.

Biotop- und Artenschutz finden im Stadtwald eine weite Grundlage. Durch den Erhalt natürlicher Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere wird das ökologische Gleichgewicht stabilisiert. Vögel, Fledermäuse, Waldameisen und Amphibien beleben als wichtige Glieder das Waldökosystem. Ihre Lebensweise verhindert z.B. zu starkes Vermehren von Forstschädlingen und gefährliche Walderkrankungen.



Als wirksamer Beitrag zum Biotop- und Artenschutz sind im Stadtwald Nist- und Schlafkästen für verschiedene Vogelarten angebracht. Auch alle bekannten Ameisennester der großen roten Waldameise werden regelmäßig gesichert; neue Nester werden genau kartiert und in eine ständige Kontrolle einbezogen. Feuchtbiotope, Tümpel und kleine Seen dienen im Stadtwald als Refugien, als Laichgewässer und Lebensraum für besonders schützenswerte Arten.

Etwa ein Drittel der Flächen des Stadtwaldes sind als Naturschutzgebiet „Bergbauwüstungszone Eschweiler Wald" ausgewiesen. Neben der Ausweisung als Naturschutzgebiet sind diese Flächen auch als Bodendenkmal geschützt. In diesem nördlichen Bereich des Eschweiler Stadtwaldes kann die bergbauliche Tätigkeit (Abbau der Steinkohle im Tagebau) noch gut nachvollzogen werden. Die restlichen Flächen des Stadtwaldes sind allesamt zumindest als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Aber auch Naturdenkmale mit besonders altem prägendem Baumbestand und geschützte Landschaftsbestandteile wie Laichbiotope wurden im Stadtwald festgesetzt.