Baugebiet Patternhof: Zinkwalzwerk macht Platz für neue Wohnungen


Am 17.01.2020 erfolgte die Endabnahme der Baustelle auf der Fläche des ehemaligen Zinkwalzwerkes an der Bergrather Straße durch den AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, die Stadt Eschweiler und die Städteregion Aachen. Damit steht der Stadt Eschweiler nach Abriss und Aufbereitung wieder ein sauberes Grundstück für eine neue Wohnbebauung zur Verfügung. Der Boden auf dem Gelände war u. a. mit Blei, Zink, teilweise polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Arsen belastet.

 

Abbruch und Tiefenenttrümmerung

Die Abbrucharbeiten betrafen oberirdisch das ehemalige Vereinsheim. Die Abfälle, die hier anfielen, wurden separiert und vollständig abgefahren. Die weitaus umfangreicheren Arbeiten bildeten jedoch der Aushub der Auffüllungen und die Beseitigung der Fundamentreste des Zinkwalzwerkes durch eine Enttrümmerung in bis zu 3,5 Metern Tiefe. Die rund 15.000 m³ Material aus diesen Arbeiten wurden auf sogenannten Mieten auf dem Gelände zwischengelagert. Davon konnten für den Wiedereinbau rund 2.200 m³ Sand-/Kies separiert werden.

 

Erdbau und Flächenherrichtung

Ein kleiner Bereich auf dem Gelände war durch einen Ölschaden stärker mit Schadstoffen belastet; dort fielen rund 100 m³ Material an, das zunächst vor Ort unter Folie gesichert auf Miete gesetzt und dann fachgerecht auf einer Deponie entsorgt wurde. Ein weiterer Bereich mit erhöhten Schwermetallgehalten wurde ebenfalls separat ausgehoben. Auch dieses Material kam auf eine dafür geeignete Deponie.

 

Aus dem oberirdischen Rückbau wurden rund 800 Tonnen Bauschutt sowie rund 16.000 Tonnen Auffüllungsmaterialien von der Baustelle abgefahren.

 

Um das Gelände nach Abbruch und Aushub wieder zu verfüllen, wurden insgesamt etwa 12.500 Tonnen Bergkies auf dem Gelände eingebaut, der von außerhalb herangefahren werden musste.

 

Die Bauzeit war wegen schlechter Wetterverhältnisse um zwei Wochen verlängert worden, so dass das ursprünglich anvisierte Bauende vor Weihnachten 2019 nicht eingehalten werden konnte.

 

Finanzierung der Maßnahme

Die Stadt Eschweiler hat das Gelände 2017 beim Sonder-Förderprogramm des AAV angemeldet, aus dem die Aufbereitung von Brachflächen für bezahlbaren Wohnraum finanziert wird. Ein Gutachterbüro im Auftrag des AAV hat seit Sommer 2018 ergänzende Untersuchungen vorgenommen, deren Ergebnisse die Grundlage für die weitere Planung bildeten. Insgesamt kostete die Aufbereitung der Fläche ca. 1 Mio. Euro, die vom AAV zu 100 % aus dem Topf des Sonder-Förderprogramms finanziert wurde.

Das Förderprogramm ist eine Initiative des NRW-Umweltministeriums, das dafür insgesamt 9,2 Mio. € zur Verfügung gestellt hat. Aus diesen Mitteln finanziert der AAV bei allen Projekten des Programms sämtliche notwendigen Untersuchungen, Rückbauarbeiten, Sanierung, Entsorgung und Wiederverfüllung der Flächen. Das Programm läuft noch bis Ende 2021.

Die Zukunft des Geländes

Die Stadt Eschweiler plant auf der nun aufzubereitenden Fläche sowie auf dem sich nördlich anschließenden Sportplatz die Entwicklung eines verdichteten Wohnquartiers. Darunter soll auch ein Mindestanteil an sozial gefördertem Wohnraum entstehen. Das Bebauungsplanverfahren wurde bereits eingeleitet.

Die Vorgeschichte der Fläche

Auf dem Hauptteil des Geländes wurde zwischen 1855 und 1921 ein Zinkwalzwerk betrieben. Nach der Verlagerung des Standortes wurde das Gelände von einem Landmaschinenhandel genutzt. In den 1960er Jahren wurden die Gebäude des Zinkwalzwerkes bodengleich abgebrochen und der östliche Teil der Fläche als Bolzplatz und der westliche Teil als Rollschuhbahn genutzt.

Die unterirdischen Fundamente, Betonplatten, Kaminbauteile und Bewässerungskanäle wurden lediglich überschüttet. Seit einigen Jahren lag die Fläche vollständig brach.