Die Biotonne hat Gewichtsprobleme


Mit Frühjahrsbeginn stehen viele Arbeiten im Garten an. Nach dem Winter müssen Winterabdeckungen entfernt, Sträucher und Hecken geschnitten, Rasen gemäht, Beete umgegraben werden und vieles mehr. Bei so viel organischem Abfall ist die Biotonne dann sehr schnell voll; aber mit etwas drücken und pressen passt dann doch noch etwas in die Biotonne hinein. Manchmal sogar so viel, dass sich die Biotonne kaum noch bewegen bzw. zum Sammelfahrzeug rollen lässt.

Hat die Biotonne Übergewicht, kommt es häufig zu Problemen bei der Leerung. Auch wenn sich die Biotonne vielleicht mit der Hydraulik gerade noch anheben lässt, passiert es wenige Sekunden später: Wenn die Tonne mit Schwung auf dem „Kopf steht“, rutscht sie vom Kamm und wird vom Müllfahrzeug „verschluckt“. An einigen Tagen verschwinden so schon mal bis zu fünf Biotonnen. Im Monatsdurchschnitt werden dadurch rund 20 Biotonnen unbrauchbar und müssen ersetzt werden, was natürlich Kosten und Zeit verursacht.

Ein weiterer Grund für überschwere Biotonnen ist aber auch die weit verbreitete Meinung, dass (Mutter-) Boden über die Biotonne entsorgt werden kann. Das ist aber falsch: Boden/Erde stört beim Kompostie-rungsprozess, denn es handelt sich ja nicht um organische Stoffe, sondern um überwiegend anorgani-sche Stoffe, d. h. Mineralien wie Sand, Schluff, Ton, Lehm usw. In der Biovergärungs- und Kompostie-rungsanlage können die Mikroorganismen jedoch nur organische Bestandteile umsetzen. Hohe Erde-Anteile in der Biomasse führen deshalb zu einer Störung sowohl des Ablaufs der Vergärung als auch der Kompostierung. Erde verschlämmt die Leitungssysteme, verstopft Abflüsse und verursacht Ablagerungen in den Flüssigkeitsspeichern der Anlagen, die aufwendig abgesaugt und entsorgt werden müssen. Zusätzlich verursacht Erde auch mechanischen Verschleiß an den Maschinen der Kompostierungsanlage. Messer werden schneller stumpf und müssen häufiger kostenintensiv ausgetauscht werden.

Erde/Boden in der Biotonne ist deshalb doppelt nachteilig: erstens wird die Biotonne sehr schnell zu schwer und wird dann vom Müllfahrzeug „verschluckt“ und zweitens stört Erde/Boden bei der Vergä-rung/Kompostierung.

Die Stadt bittet deshalb darum, - auch, wenn es in der Praxis manchmal schwierig ist - auf das Gewicht der Biotonne zu achten. Das zulässige Gewicht eines Abfallbehälters ist oben im Rand des Behälters neben dem Deckel eingestanzt. Es beträgt bei der großen Biotonne (240 Liter) 110 kg bzw. 120 kg. Das zulässige Gewicht der kleinen Biotonne (120 Liter) liegt bei maximal 60 kg.

Für die Einschätzung des Gewichts gibt es einen kleinen Praxistipp: Lässt sich das Müllgefäß noch gut ziehen und kippt beim Ziehen nicht wieder direkt in Richtung Boden, können Sie sicher sein, dass ihre Biotonne keine Gewichtsprobleme hat.


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