"Faktor X": Erneute Auszeichnung für die Stadt Eschweiler



Zum zweiten Mal erhält die Stadt Eschweiler für das ambitionierte Vorgehen in Sachen „Nachhaltiges Baues“ einen renommierten Preis. Nachdem bereits 2019 das Bundesumweltministerium die Stadt mit der Auszeichnung „Klimaaktive Kommune“ und einem Preisgeld von 25.000 Euro bedacht hat, erreichte sie nun den dritten Platz beim „NRW.BANK.Ideenwettbewerb für Kommunen 2019-2020“.

Die Jury konnte davon überzeugt werden, dass das von Klaus Dosch, Leiter der Faktor X Agentur, entwickelte Faktor X – Konzept für nachhaltiges Bauen und die mit ihm gemeinsam geplante, und bereits von der Stadt erfolgreich umgesetzte Übertragung auf ganze Wohngebiete, eine Prämierung wert sei.

Erstmals werden mit Faktor X der Ressourcen- und Energieaufwand sowie die Treibhausgasemissionen bei der Rohstoffgewinnung, der Herstellung sowie dem Transport und der Verarbeitung der Baustoffe in die Umweltbilanzierung von Gebäuden einbezogen. Auf dieser Grundlage wurden Kriterien zum ressourcen- und energieeffizienten Bauen erarbeitet, mit denen sehr pragmatisch die Lebenszyklusbilanz eines Gebäudes abgebildet werden kann. Häuser, die nach diesem Konzept erstellt werden, tragen deutlich mehr zum Klimaschutz bei als klassische Neubauten, bei denen lediglich der Energieverbrauch durch Dämmung reduziert und durch Einsatz erneuerbarer Energien klimafreundlicher gestaltet wird.

Ziel ist es, zukünftig nur Gebäudeplanungen zuzulassen, die diese Kriterien erfüllen. „In einer ersten Umsetzung in Eschweiler konnte eindrucksvoll dargestellt werden, dass das Faktor X - Konzept enorme Potenziale zur Ressourceneinsparung und zum Klimaschutz im Bausektor hat.“ so Bürgermeisterin Nadine Leonhardt. Weitere Baugebiete in Eschweiler, aber auch in anderen Kommunen, werden nach diesem Konzept aktuell entwickelt und umgesetzt.

Zum sechsten Mal prämiert die NRW.BANK kommunale Projektideen aus Nordrhein-Westfalen, die spürbar die Service- und Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger verbessern und die Nachhaltigkeit stärken.

Eingereicht wurden Ideen aus Themenfeldern wie „Digitalisierung“, „Ressourceneffizienz“ und „Mobilität“.
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung sowie Schirmherrin des Wettbewerbs: „Der Ideenwettbewerb führt vor Augen, welch großes Engagement es vor Ort gibt, um aktuelle Herausforderungen zu meistern. Die Räte, die Verwaltungen und die kommunalen Unternehmen arbeiten unablässig daran, die Lebensqualität in ihrer Heimatgemeinde zu steigern. Dabei bedeutet Stadt- und Ortsgeschichte eine dauernde Weiterentwicklung. In ganz Nordrhein-Westfalen werden Konzepte entwickelt, um die Städte, Gemeinden und Kreise weiter voran zu bringen. Der Wettbewerb der NRW.BANK belohnt die besten Ideen und macht sie landesweit bekannt, damit sie auch in anderen Kommunen genutzt werden können. Die ausgezeichneten Ideen sind ein Musterbeispiel dafür, wie kommunale Wirtschaftsförderung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.“

Mit dem dritten Platz sichert sich die Stadt Eschweiler ein Preisgeld von 10.000 Euro für eine direkte Sachverwendung im Kontext der eingereichten Idee und teilt sich den Platz dabei mit der digitalen Bürgerplattform „Smart Country Side“ des Kreises Lippe. Auf Platz eins mit einem Preisgeld von 30.000 Euro landete das neue klimaneutrale und nachhaltige Gewerbegebiet „bio innovation park Rheinland“ der Städte Meckenheim und Rheinbach. Platz zwei und 20.000 Euro gingen an das „Kommunale Medizinische Versorgungszentrum (MVZ)“ der Stadt Neuenrade im Sauerland, mit dem erfolgreich dem ländlichen Ärztemangel entgegengewirkt wird.