Grußwort der Bürgermeisterin zu Weihnachten und zum Jahreswechsel


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Das Jahr 2021 wird in den Chroniken der Stadt Eschweiler für immer einen denkwürdigen Platz einnehmen.

Neben dem nervenaufreibenden Auf und Ab der Corona-Pandemie traf unsere Heimatstadt im Juli 2021 ein verheerendes Hochwasser.

An die 13.000 Menschen sind in Eschweiler direkt betroffen. Das ist rund ¼ der Eschweiler Bevölkerung. Ob das eigene Wohnzimmer, der Keller, das Auto oder auch der eigene Betrieb von den Wassermassen betroffen war: Die Schicksale der Betroffenen – so unterschiedlich sie auch sind – eint die tagtägliche Herausforderung, die Schäden zumindest weitgehend zu beseitigen.

Direkt nach der Flut, aber auch in der Zeit danach, hat Eschweiler gezeigt, was es schon immer ausgemacht hat und auch heute ausmacht: Die Hilfsbereitschaft und Solidarität untereinander waren unglaublich.

Die direkten Folgen der Katastrophe wurden gemeinsam gestemmt – unzählige Helferinnen und Helfer, die Bauernschaft, die Entsorgungs- und Containerdienste und die Hilfs- und Rettungsorganisationen haben Seite an Seite und Hand in Hand mit der Feuerwehr, der Polizei und der Stadtverwaltung gearbeitet.

Die Spendenbereitschaft für unsere Stadt war bewegend. Über 1,9 Mio. Euro aus dem Spendenkonto der Stadt Eschweiler konnten so unmittelbar an Betroffene ausgezahlt werden. Hinzu kamen unzählige Sachspenden, die zum Großteil über private Spendenausgabestellen organisiert wurden.

Ohne das großartige Engagement so Vieler hätten wir die vergangenen Monate nicht bewältigen können – ich kann an dieser Stelle nur von Herzen „Danke“ sagen. Mein Respekt und mein ganzer Dank gelten all denen, die nach wie vor anpacken, aufbauen, weitermachen und dafür sorgen, dass das Herz unserer Stadt weiter schlägt! Lassen Sie uns den Weg gemeinsam gehen und Eschweiler weiter voranbringen!

 

Liebe Eschweilerinnen und Eschweiler,

auch wenn das zurückliegende Jahr von der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe überschattet wurde, haben wir verschiedene Projekte auf den Weg bringen können. So wird die Digitalisierung in den Schulen weiter vorangetrieben. In Dürwiß wird in Kürze Eschweilers erste Naturkita ihre Pforten öffnen und die letzten Weichen für die neuen Wohnbaugebiete am Patternhof, Westlich Vöckelsberg, in Hücheln und auch auf dem Gelände des alten Sportplatzes in Nothberg sind gestellt und Baumaßnahmen bereits gestartet. Der „Sportgutschein“ für alle Kinder sowie ein Fragebogen, mit dem wir abfragen möchten, wie es unseren Kindern und Jugendlichen ganz konkret geht und was ihre Wünsche für ein Eschweiler der Zukunft sind, werden Anfang des kommenden Jahres verteilt werden. Das Projekt „Change Factory“ auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes erhielt im sogenannten „Sterneverfahren“ den Zugang zu Förderungen, die Planungen sind hier im vollen Gange.

Mit dem Baubeginn des „Babor Beauty Cluster“ des gleichnamigen Unternehmens investiert das Familienunternehmen aus der Region rund 60 Millionen Euro in den Standort Eschweiler. Bis 2023 entsteht laut Babor die „nachhaltigste Kosmetikfabrik der Welt“ in der Indestadt.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Die vergangenen zwölf Monate haben es wieder gezeigt: Unser Eschweiler hat eine starke solidarische und demokratische Stadtgesellschaft. Dennoch gibt es auch in Eschweiler die Tendenz in den digitalen Medien, einzelne Personen oder auch Institutionen zu beschimpfen und anzufeinden. Oft sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, Helferinnen und Helfer Hass und Hetze ausgesetzt, die weit über das Äußern eigener Meinungen und politischer Weltanschauung hinausgehen und den Boden des gemeinsamen Zusammenlebens verlassen. Dieses „digitale Mobbing“ schadet nicht nur den im Zentrum stehenden Personen – es hindert uns alle auch daran, eine ehrliche Diskussion zu führen, in der unterschiedliche Meinungen wertgeschätzt und abgewogen werden. Diese Form der Meinungsäußerung, die keine Meinungsäußerung mehr ist, lehne ich strikt ab!

Lassen Sie uns an die Hilfsbereitschaft und die Solidarität, die wir auch in diesem dunklen Jahr gemeinsam gelebt haben, anknüpfen. Für das neue Jahr wünsche ich mir und uns allen mehr Möglichkeiten für einen echten Austausch im realen Leben.

Trotz der schwierigen Situation in unserer Stadt sollten wir gemeinsam das kommende Jahr mit Selbstbewusstsein und Zuversicht anpacken und die vor uns liegenden Herausforderungen annehmen.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes, friedvolles und besinnliches Weihnachtsfest! Erfolg und persönliches Wohlergehen und vor allem Gesundheit mögen Ihre Begleiter im Jahr 2022 sein.


Ihre
Nadine Leonhardt
Bürgermeisterin

Eschweiler, im Dezember 2021