Hochwasserhilfe: PLAN International fördert Kinder- und Jugendarbeit in Eschweiler mit 485.000 €


Hochwasserhilfe in Eschweiler
PLAN International fördert die Kinder- und Jugendarbeit in Eschweiler mit gut 485.000 Euro

Die langfristigen Folgen der Hochwasserkatastrophe vom 14. und 15. Juli 2021 sind insbesondere bei Kindern und Jugendlichen spürbar. Spiel- und Bolzplätze sind zum Teil nicht mehr nutzbar, Schulen und Kindertageseinrichtungen werden noch einige Zeit brauchen, bis sie wieder in den eigenen Räumlichkeiten sind und in den betroffenen Gebieten sind viele Kinder und Jugendliche sowohl psychosozial als auch materiell betroffen.

Kurz nach der Hochwasserkatastrophe wurde das Jugendamt Eschweiler durch die Hilfsorganisation Plan International Deutschland e.V. kontaktiert und eine Zusammenarbeit angeboten. Bei Plan International Deutschland handelt es sich um eine unabhängige Kinderrechtsorganisation der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. In Ländern des globalen Südens unterstützt sie Kinder, Jugendliche und deren Familien unter anderem durch ein Patenschaftsmodell. Die Stärkung von Kinderrechten, die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen sowie Partizipation und Teilhabe stehen die in den Projekten der Organisation im Vordergrund.

In einer eigens gebildeten Projektgruppe im Jugendamt, bestehend aus den Arbeitsbereichen Kinder- und Jugendförderung und Soziale Dienste, wurden verschiedene Projektideen identifiziert und im engen Austausch mit der Hilfsorganisation entwickelt.

Folgende Projekte werden durch Plan International Deutschland in Eschweiler mit gut 485.000 Euro gefördert:

Aufsuchende, psychosoziale Beratung

In Fortführung und Ergänzung der bisherigen Tätigkeiten der Mobilen Jugendarbeit sollen den Kindern und Jugendlichen in den betroffenen Stadtteilen zusätzliche Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Die Form der Arbeit ist dabei aufsuchend, niedrigschwellig und vernetzt. Sie soll methodisch einzelfallorientiert, aber auch gruppenorientierte Elemente (z.B. auch Mikroprojekte) beinhalten. Dazu wird Plan International Deutschland zum einen eine sozialpädagogische Fachkraft mit einem Beschäftigungsumfang von 100 Prozent für die Dauer von zwei Jahren, ein Beratungsmobil inklusive Umbau sowie ein Lastenfahrrad finanzieren.
Ebenfalls werden die Betriebskosten des Elektroautos (Beratungsmobil) übernommen. Das Projekt soll bereits im Januar starten.


Bereitstellung von Spielcontainern in vom Hochwasser betroffenen Gebieten

Die anvisierten Spielcontainer sind für öffentliche Spielplätze zugelassen und mobil einsetzbar. Zu Beginn sollen damit vor allem die Notstandorte der Kitagruppen bedient und dann zusammen mit Kindern und Jugendlichen weitere Standorte identifiziert werden. Die Container bieten ein breites Spektrum an Ausstattungsvarianten mit vielfältigen Spielmöglichkeiten für Kleinkinder und Jugendliche (u.a. Rutsche, Kletterparcours, Sandkasten).

„Die nationalen Anstrengungen für den Wiederaufbau in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten sind immens. Was aber fehlt, sind konkrete Hilfsprojekte, die Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellen“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung der Kinderrechtsorganisation. „In Krisen sind es gerade die Bedürfnisse der Jüngsten, die drohen, überhört zu werden. Genau hier setzen wir mit unseren Maßnahmen an. Wir wollen den Kindern eine Stimme geben.“

Ersatzbeschaffung von Spielgeräten auf betroffenen Spielplätzen

In Eschweiler sind mehrere Spielplätze bzw. Spielgeräte durch die Flut beschädigt worden. Die Ersatzbeschaffungen übersteigen die der Stadt Eschweiler zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Konkret sollen daher an zwei Spielplätzen entsprechende neue Spielgeräte installiert werden. Die Auswahl der Spielgeräte wird dabei unter Beteiligung der Nutzergruppen, den pädagogischen Fachkräften aus der Kinder- und Jugendarbeit sowie unter Einbeziehung der Arbeitsgruppe "Kinderspielplätze und Jugendtreffpunkte" umgesetzt.

Weiterführung des Familiengrundschulzentrums an der evangelischen Grundschule Stadtmitte

Das Konzept der Familiengrundschule wird am Standort der evangelischen Grundschule Stadtmitte bis zum Ende des Jahres 2021 aus befristeten Mitteln des Landes NRW umgesetzt. Gerade diese Grundschule ist direkt massiv durch das Hochwasser betroffen; das Gebäude derzeit nicht benutzbar. Klassische Angebote der Familiengrundschule, wie z.B. das Familiencafé“ finden daher derzeit nicht statt; stattdessen steht die aufsuchende, familienorientierte Arbeit im Vordergrund. Durch Plan International Deutschland wird ermöglicht, dass das Projekt für zwei weitere Jahre bis zum 31.12.2023 fortgeführt werden kann. Die vernetzte Arbeit im Stadtteil kann damit nahtlos fortgeführt und bedarfsorientierte, psychosoziale Beratung im Quartier angeboten werden.