Kirschenhof – Eschweiler Haus der Geschichte und Kultur


Das Erdgeschoss des südlichen, eigentumsrechtlich der Stadt Eschweiler zugeordneten Gebäudekomplexes, soll nach der Sanierung in Zusammenarbeit mit dem Eschweiler Geschichtsverein als „Haus der Geschichte“ und außerschulischen Lernort genutzt werden.

Eine solche Nutzung bietet sich aufgrund der zentralen Lage, der denkmalwerten Bausubstanz, der bedeutenden Geschichte und der wertvollen, gut erhaltenen und repräsentativen Inneneinrichtung an. Ziel ist die Entwicklung eines Ortes, an dem die Geschichte der Stadt Eschweiler erlebbar gemacht und der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt wird.

In Teilbereichen des Erdgeschosses soll ein Museum mit insgesamt 4 Räumen entstehen, in dem thematische Ausstellungen, wie z. B. zur Geschichte der Stein- und Braunkohlengewinnung, zur Entwicklung des Handwerks und der Industrie, zu Eschweiler Persönlichkeiten sowie der Juden in Eschweiler eingerichtet werden.

Das Foyer und weitere Flächen im Erdgeschoss  bieten ebenso Platz für wechselnde Ausstellungen zu den Burgen und Herrenhäuser Eschweilers bzw. der Nachkriegszeit oder aber auch für kleinere Vernissagen. Der einmalig gut erhaltene Tresorraum bietet sich geradezu an, die ideale Kulisse für Exponate aus der Bankgeschichte zu werden (Die Eschweiler Bank betrieb in der Zeit von 1909 bis 1915 hier ihr Bankhaus.)

Die Räume im rückwärtigen Bereich sollen vom EGV als Büro- und Besprechungsräume für Sitzungen der 12 Arbeitskreise oder für Vorstandssitzungen genutzt werden. Aufgrund der Größe bieten sie auch Platz zur Unterbringung der wichtigsten Bücher, Karten und Fotografien aus dem umfassenden Fundus des EGV. Die Arbeitsräume sollen auch der Genealogischen Sprechstunde (Ahnenforschung, 1 x wöchentlich) dienen, welche von der Öffentlichkeit sehr gut angenommen wird.

Die repräsentativen Räume im ersten Obergeschoss sollen für Kultur, Feste und Veranstaltungen  durch Vereine und Bürger der Stadt Eschweiler genutzt werden. Hier sind ein kleiner und ein größerer Saal vorhanden, die je nach Anzahl der Gäste, für Vorträge, Lesungen, Konzerte, öffentliche oder private Veranstaltungen genutzt werden können. Die Räume bieten bei einer Reihenbestuhlung Platz für 50 bzw. 90 Sitzplätzen. Vom größeren Saal ist zudem ein Zugang zu einer Terrasse möglich.

Außerdem stehen zwei weitere, mit Holzvertäfelung und Einbauschränken ausgestattete, Räume zur Verfügung, die multifunktional genutzt werden können. Denkbar wäre hier eine Nutzung als Arbeits-/Gruppenraum sowie für Empfänge, als Trauzimmer etc..

Das Dachgeschoss kann als Neben-, Lager- und Archivraum genutzt werden. Dort soll das Hauptarchiv des EGV mit einem Bestand von rund 9.000 Titeln und zahlreichen Fotos und Dias untergebracht werden.

Die gemeinsame Hoffläche zwischen der öffentlichen und der privaten Nutzung wird zukünftig Aufenthaltsqualität haben, die den Nutzungsansprüchen der Stadt als auch der angrenzenden privaten Wohnanlage gerecht wird. 

Das Museum  soll voraussichtlich 2-3 Mal wöchentlich für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Zu besonderen Anlässen, wie Stadtfesten, Eschweiler Musikfestival etc. werden diese erweitert. Außerdem können auf Anfrage weitere Öffnungszeiten für Schulklassen usw. organisiert werden. Die Nutzung und Vermietung der Räume im Obergeschoss etc. werden auf Anfrage organisiert

Bauliche Maßnahmen:

Das Gebäude wird vom Haupteingang auf der Dürener Straße über das großzügige Foyer erschlossen. Um eine barrierefreie Nutzung zu gewährleisten, wird das denkmalgeschützte Gebäude mit einem behindertengerechten Aufzug ausgestattet, ein zweiter, behindertengerechter, Zugang zum Gebäude wird über den Innenhof realisiert.

Im Erdgeschoss wird zudem eine barrierefreie WC Anlage angeordnet.

Bei der Umsetzung der baulichen Maßnahmen wird das Hauptaugenmerk auf die Erhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz gelegt. Alle Arbeiten werden in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt durchgeführt.

Die historische Fassade soll restauriert werden, alte Farbschichten werden entfernt und die Fassade wird anhand eines, durch eine Befunduntersuchung, erstellten Farbkonzeptes in den ursprünglichen Farben wieder hergestellt.

Die historischen Fenster- und Türanlagen sollen, soweit möglich, restauriert und erhalten werden, gleiches gilt für die Parkettböden, Holzvertäfelungen und Einbauschränke.

Die im Gebäude vorhandenen historischen Lampen und Einbauteile sind zum Schutz vor Beginn der Arbeiten ausgebaut und eingelagert worden.


Arbeiten aktuell:

Fassade ist eingerüstet;

Abbrucharbeiten im Gebäude;

Befunduntersuchung der Holzbauteile im Gesims- und Dachbereich;

Rohbauarbeiten und Abbeizen der Fassade sind ausgeschrieben;

Planung Heizung, Sanitär, Elektroarbeiten,

Erstellung eines Museumskonzeptes durch den Geschichtsverein


Gebäudedaten:

Barockes Hauptgebäude an der Dürener Straße aus dem 17. Jahrhundert,

Umbauten in den Jahren 1839 und 1920 zu seiner heutigen Form.

 

 

Nutzflächen:

EG 296,00 qm

OG 276,00 qm

DG 260,00 qm

 

Geschätzte Investitionen einschl. Erwerb  1.835.000,00€


Bereits bewilligte Fördermittel für die Maßnahme:

Städtebauförderung: 1.045.775 €

Denkmalförderung: 86.100 €

 

Bauzeiten:

Voraussichtliche Fertigstellung 2020;