Appell für mehr Respekt und Sicherheit im öffentlichen Dienst


Die Stadtverwaltung Eschweiler verzeichnet eine alarmierende Zunahme von verbalen Übergriffen sowie von respektlosem und distanzlosem Verhalten gegenüber ihren Mitarbeitenden. Verwaltungsleitung und Personalrat nehmen diese Entwicklung nicht länger hin. Sie appellieren an die Öffentlichkeit und kündigen konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit am Arbeitsplatz an.

Für viele der rund 1240 städtischen Beschäftigten gehören Beschimpfungen, Drohungen und sogar tätliche Angriffe mittlerweile zum Berufsalltag. Die Bandbreite der Vorfälle reicht von unangemessenem Sozialverhalten und herabwürdigenden Äußerungen bis hin zu massiven Beleidigungen sowie Androhung von körperlicher Gewalt und Sachbeschädigung. Dabei ist nicht nur eine Zunahme der Häufigkeit, sondern auch eine steigende Intensität festzustellen. Ein besonders alarmierender Fall ereignete sich in der Karnevalszeit, als Rettungskräfte teils sogar mit Reizgas attackiert wurden.

Für Bürgermeister Patrick Nowicki ist eine rote Linie längst überschritten: „Natürlich ist die Stadt Eschweiler Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger. Aber Beleidigungen, persönliche Angriffe oder Erniedrigungen muss sich niemand gefallen lassen.“ Der Bürgermeister betont die Einsatzbereitschaft der Verwaltung: „Wir setzen uns täglich dafür ein, das Leben der Menschen zu erleichtern. Dafür erwarten wir keine besondere Anerkennung – aber ein respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein.“

Auch Sandra Hunscheidt-Fink, Vorsitzende des Personalrates der Stadt Eschweiler, sieht eine Grenze überschritten. „Es ist für mich unerträglich geworden, fast täglich Berichte von Kolleginnen und Kollegen zu hören, wie mit ihnen umgegangen wird.“ Mit ihrer 40-jährigen Erfahrung im Dienst der Stadt Eschweiler beobachtet sie eine Entwicklung, die es in dieser Form bislang nicht gegeben habe: „Die Zunahme von Angriffen ist beängstigend. Selbst langjährig Beschäftigte empfinden die Situation zunehmend als angsterregend.“

Die Stadt Eschweiler wird diese Entwicklung nicht weiter akzeptieren. Verwaltungsleitung und Personalrat richten daher einen öffentlichen Appell an die Bürgerinnen und Bürger, Respekt und Wertschätzung gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu zeigen.

Um die städtischen Mitarbeitenden besser zu schützen, analysiert die Stadt Eschweiler zudem ihre bestehenden Sicherheitsstrukturen und baut diese gezielt aus. Aktuell wird in Kooperation mit der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (Standort Aachen) eine Facharbeit zum Thema „Sicherer Zugang zum Rathaus“ erstellt.

Zusätzlich nutzt die Stadt die Präventionskampagne „Sicher im Dienst“ der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Diese Initiative für „Mehr Schutz und Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Dienst“ zielt darauf ab, Behörden sicherer zu machen und landesweit für das Thema Gewalt gegen die rund eine Million Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu sensibilisieren.

Die Stadtverwaltung Eschweiler schließt sich in diesem Zuge den Worten von NRW-Innenminister Herbert Reul an, der bei der Vorstellung der Kampagne betont hatte: „Der öffentliche Dienst sorgt dafür, dass die Menschen in unserem Land gut leben können. Er ist eine Stütze unseres Gemeinwesens und verdient unseren Schutz.“

In Nordrhein-Westfalen sind rund eine Million Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt – darunter Einsatz- und Rettungskräfte, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Polizeibedienstete sowie Mitarbeitende von Ordnungsbehörden und im öffentlichen Nahverkehr. Bei der Stadt Eschweiler sind derzeit etwa 1240 Mitarbeitende tätig.

Die Stadt Eschweiler appelliert eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger: Allen Menschen, ausdrücklich auch den Beschäftigten im öffentlichen Dienst, ist stets mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen.

Foto: Stadt Eschweiler/Dounia Hamidi