Energetische Stadtsanierung auf Quartiersebene

Ziel der Bundesregierung ist es, den CO2-Ausstoß im Gebäudebereich gegenüber 1990 bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent zu senken. Auch das Klimaschutzkonzept (IKSK) der Stadt Eschweiler weißt dem Gebäudebestand bzw. dessen energetischer Sanierung beim Erreichen der Klimaschutzziele eine Schlüsselrolle zu. Hier werden mitunter die größten CO2-Einsparpotenziale erwartet. Dies gilt insbesondere für den historisch gewachsenen Eschweiler Stadtkern – das Quartier „Eschweiler-Zentrum“.

  • Das Quartier „Eschweiler-Zentrum“

    Das Quartier „Eschweiler-Zentrum“ liegt im zentralen Bereich des Kommunalgebietes und umfasst das urbane Stadtzentrum sowie die nordwestliche und nördliche Innenstadt. Auf einer Fläche von ca. 200 ha leben rund 11.000 Einwohner (5.500 EW/km²; Stand 2019). Es handelt sich hier um ein bestehendes Quartier mit einem älteren Gebäudebestand aus den 70er Jahren oder älter. Mit Hinblick auf das Durchschnittsalter des Gebäudebestandes kann hier ein Sanierungsstau abgeleitet werden, der sich insbesondere auf Maßnahmen zur energetischen Sanierung bezieht.

  • Konzeptinhalte

    Um hier eine deutliche Erhöhung der Sanierungsquote (aktuell < 1%) zu erreichen, lässt die Stadt noch in diesem Jahr ein Konzept zur Energetischen Stadtsanierung auf Quartiersebene erstellen. In diesem sollen unter Berücksichtigung städtebaulicher, denkmalpflegerischer, baukultureller, wohnungswirtschaftlicher, demografischer und sozialer Aspekte die Energieeinsparpotenziale im Quartier aufgezeigt sowie Möglichkeiten zur Reduzierung der CO2-Emissionen definiert werden.

    Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der energetischen Sanierung privater Wohngebäude. Innerhalb des Quartierskonzeptes sollen, entsprechend den Charakteristika wie z. B. dem Gebäudealter, Gebäudesteckbriefe erarbeitet werden.

  • Maßnahmen und Sanierungsmanagement

    Ziel ist es, den Eigentümern der in diesem Sanierungsgebiet gelegenen Wohnimmobilien eine fundierte Beratung anbieten zu können, damit wirtschaftlich tragbare, sozialverträgliche sowie ressourcenschonende Sanierungen durchgeführt werden. Zu diesem Zweck soll bereits während der Konzeptphase ein sogenannter Sanierungsmanager eingestellt werden, der den Eigentümern über den gesamten Prozess mit Rat und Tat zur Seite steht.

    Entsprechend des integrierten Charakters dieses Konzeptes sollen auch Maßnahmen zur Beseitigung der im Quartier bestehenden Defizite in den Bereichen Barrierefreiheit, Klimafolgenanpassung, Lärmschutz sowie Nah- und Elektromobilität entwickelt werden, da nur so eine ganzheitliche Aufwertung und zukunftsfähige Entwicklung sichergestellt werden kann.

  • Finanzielles

    Sowohl die Konzepterstellung als auch das mit dessen Umsetzung beauftragte Sanierungsmanagement wird zu einem Großteil über das KfW-Förderprogramm Energetische Stadtsanierung – Zuschuss für integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsmanager (432) finanziert.

  • Innovation City Management GmbH

    Mit der Erstellung dieses Konzeptes wurde die Innovation City Management GmbH beauftragt, die sich im Zuge des weltweit ersten Modellprojektes „Innovation City Bottrop“ gegründet hat. Diese Beratungs- und Projektmanagement-gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, innovative Lösungen zu entwickeln, wie Städte den Heraus-forderungen des Kima- und Strukturwandels begegnen können. Dabei setzen sie insbesondere auf den Ansatz der „Energiewende von Unten“. Dies bedeutet, dass sie von Anfang an alle wichtigen Akteure vor Ort, wie Wohnungs-baugesellschaften, Energieversorger aber auch die privaten Gebäudeeigentümer, in den Prozess der klimagerechten Gebäudesanierung mit einbinden.

     

    Daher sind diese sowohl bei der Konzepterstellung als auch bei der anschließenden Umsetzung unbedingt auf Sie, liebe Eschweilerinnen und Eschweiler, angewiesen. Denn nur durch Ihr Mitwirken kann sichergestellt werden, dass die notwendigen Veränderungsprozesse gemeinsam erkannt, angegangen und auch in der Realität umgesetzt werden.

  • Zeitplan

    Das erfahrene Projektteam wird mit der Erstellung des Konzeptes in der zweiten Jahreshälfte 2020 starten. Die Fertigstellung ist für September 2021 geplant. Das für die Umsetzung und Beratung verantwortliche Sanierungsmanagement soll seine Arbeit bereits während der Konzepterstellungsphase aufnehmen.