Der diesjährige Straßenkarneval ist aus Sicht der Stadt Eschweiler insgesamt überwiegend ruhig und geordnet verlaufen. Bereits für das Karnevalswochenende von Freitag bis Sonntag konnte eine positive Bilanz gezogen werden. Sowohl diverse Veranstaltungen wie der Prinzenempfang und der Rathaussturm als auch die kleineren Umzüge in den einzelnen Ortschaften fanden ohne besondere Vorkommnisse statt. Nennenswerte Einsatzlagen oder sicherheitsrelevante Auffälligkeiten waren an diesen Tagen nicht zu verzeichnen.
Der Rosenmontag war von anhaltendem Regen geprägt. Trotz der widrigen Witterungsbedingungen zeigte sich die Stimmung der Feiernden aber insgesamt ausgelassen.
Zur Gewährleistung der Sicherheit wurde erneut nach bewährtem Konzept ein Stab für außergewöhnliche Einsätze in der Feuer- und Rettungswache eingerichtet. Von dort aus wurden sämtliche Einsatzlagen rund um den Karnevalszug zentral koordiniert. In diesem Stab arbeiteten Vertreter des Ordnungsamtes, der Feuerwehr, der Polizei sowie der Security eng zusammen. Ergänzt wurde die Führungsstruktur durch Vertreter des Karnevalskomitees und des Baubetriebshofes – letztere waren unter anderem für die Einrichtung der Straßensperren sowie für die anschließende Reinigung des Zugweges verantwortlich.
Bereits vor Beginn des Rosenmontagszuges musste das Ordnungsamt einschreiten. Insgesamt wurden 33 Fahrzeuge abgeschleppt, weil diese trotz eindeutiger Beschilderung und bestehender Haltverbote im Zugbereich abgestellt waren und somit den sicheren Ablauf des Zuges erheblich beeinträchtigt hätten.
Während des Rosenmontagszuges und in den Stunden danach wurden in den Unfallhilfsstellen insgesamt 35 ambulante Behandlungen durchgeführt. Darüber hinaus kam es im gesamten Verlauf des Rosenmontags zu 36 Transporten mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser sowie zu 14 Krankentransporten mit Krankentransportwagen. In sechs Fällen war bei den Rettungswagen-Einsätzen zusätzlich ein Notarzt eingebunden.
Im Zugverlauf kam es zu zwei kurzfristigen Unterbrechungen. Hintergrund hierfür waren Rettungseinsätze im direkten Zugbereich, die aus Gründen der Sicherheit zwingend eine kurzzeitige Unterbrechung des Zuges erforderlich machten.
Leider blieb der Rosenmontag nicht ohne negative Ereignisse. In einem Einsatz wurde Reizgas versprüht, wodurch fünf Personen leichte Reizungen der Augenschleimhäute erlitten und medizinisch versorgt werden mussten. In diesem Zusammenhang kam es zudem zu einem tätlichen Angriff auf eine Rettungsdienstkraft. Der Verursacher wurde ebenfalls medizinisch versorgt und anschließend von der Polizei in Gewahrsam genommen.
Darüber hinaus musste das Ordnungsamt mehrere ordnungsrechtliche Verstöße ahnden. Fünf Personen wurden beim Urinieren in der Öffentlichkeit angetroffen, obwohl sie sich in der Nähe der aufgestellten öffentlichen Urinale befanden. Gegen sie wurde jeweils ein Bußgeld verhängt. Zudem wurden insbesondere im Bereich des Marktes mehrere Bußgeldverfahren eingeleitet, weil dort gegen das bestehende Glasverbot verstoßen wurde.
Im Rahmen von Überprüfungen der in diesem Jahr wieder geltenden, umgangssprachlich „Waffenverbotszone" genannten Regelung einer Allgemeinverfügung zum Mitführen von Waffen und gefährlichen Gegenständen wurden an den Karnevalstagen insgesamt sechs Gegenstände weggenommen, darunter drei Messer, eine Schere und ein zur Tierabwehr gedachtes Pfeffer-Spray. Zudem wurden zwei Fundsachen entgegengenommen.
Besonders kritisch zu bewerten ist ein Vorfall, der deutlich über einfachen Vandalismus hinausgeht: Unbekannte rissen den öffentlich zugänglichen automatisierten externen Defibrillator (AED) an der Raiffeisenbank mutwillig von der Wand – obwohl es sich hierbei um ein Gerät handelt, das im Ernstfall Leben retten kann. Glücklicherweise konnte der AED wieder aufgefunden und an die Betreiber der Raiffeisenbank übergeben werden. Eine zeitnahe Wiederanbringung am Standort ist vorgesehen.
Insgesamt waren während des Rosenmontags mehr als 120 Einsatzkräfte im Dienst. Diese setzten sich aus Kolleginnen und Kollegen des Rettungsdienstes, der Feuerwehr, der Polizei, der Hilfsorganisationen (Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst), des Bauhofes sowie des Jugendamtes zusammen. Gemeinsam sorgten sie für einen möglichst sicheren Ablauf des karnevalistischen Treibens.
In den Abendstunden des Rosenmontags beruhigte sich das Einsatzgeschehen deutlich. Aufgrund der erneuten Wetterverschlechterung kam der Straßenkarneval weitgehend zum Erliegen, so dass sich viele Feiernde – ähnlich wie bereits an Weiberfastnacht – in die umliegenden Gaststätten zurückzogen.
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