Jugendbegegnungszentrum: Weitere wichtige Punkte umgesetzt


Auf dem rund 2,5 Hektar großen Gelände des ehemaligen Indestadions in Eschweiler wird das neue Jugendbegegnungszentrum entstehen, das neben Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten auch Beratungsdienste, interkulturelle Veranstaltungen und verschiedene Outdoor-Freizeitaktivitäten anbieten soll. Besonderes Merkmal des Vorhabens ist die kontinuierliche aktive Einbindung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Als Leuchtturmprojekt des Strukturwandels werden hohe Ansprüche an das pädagogische Konzept und die technische Gestaltung des Gebäudes gestellt. Die Projektskizze „Jugendbegegnungszentrum“ wurde im Rahmen des Aufrufs „Stadtentwicklung für das Rheinische Revier der Zukunft“ vom Aufsichtsrat der Zukunftsagentur bereits im Juni 2022 als „substanzielle Projektidee“ eingestuft und im Qualifizierungsverfahren damit offiziell mit einem ersten Stern ausgezeichnet. Für die Weiterqualifizierung steht die Starke Projekte GmbH als Unterstützungsangebot des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW der Stadt Eschweiler zur Seite.

Ende 2024 wurden zwei Verfahrensbausteine beauftragt, die die Grundlagenermittlung als Basis für die weitere Planung liefern. Beide Leistungen wurden parallel und in enger Abstimmung durchgeführt, da sie sich inhaltlich wechselseitig bedingen und im Ergebnis zusammengeführt werden. Zum einen wurde ein Jugendbeteiligungsverfahren vom Büro „Squirrel & Nuts“ konzeptioniert und umgesetzt, das speziell auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene abgestellt war. Zum anderen wurde eine Raumbedarfsplanung von der Agentur „SozialGestaltung“ erstellt, die die Anforderungen und Nutzungen, die sich die Kinder und Jugendlichen wünschen, sowie die Anforderungen der Fachplanungsämter in einem Raum- und Funktionsprogramm abbildet.

Im Zuge des Beteiligungsverfahren gab es Befragungen an zwei angrenzenden Grundschulen und allen weiterführenden Schulen. Somit konnten insgesamt knapp 1000 Schülerinnen und Schüler ihre Ideen und Vorschläge für das Areal einbringen. Bei der weiteren Planung entstanden Rückfragen zu den Befragungsergebnissen. Diese wurden den Jugendlichen mithilfe einer Broadcast-Liste über den Messenger-Dienst „WhatsApp“ den Jugendlichen gestellt. Um die Ergebnisse im Detail aufzuarbeiten, fand eine analoge Befragung im Jugendtreff „Check-In“ als Abschluss des Verfahrens statt. Neben den beteiligten Jugendlichen in der Broadcast-Liste wurden auch die Schülervertretungen der weiterführenden Schulen hierzu eingeladen.

Das vom beauftragten Büro konzeptionierte Jugendbeteiligungsverfahren konnte im vergangenen Herbst zum Abschluss gebracht werden. Wesentliche Ergebnisse, die sich aus den Wünschen und Ideen ergeben, sind unter anderem Sportangebote, Lesungen, ein Lagerfeuerplatz, eine nutzbare Küche, Chill-Ecken sowie Konzerte und Gaming-Nachmittage.

Das Büro „SozialGestaltung“ hat auf Grundlage der Befragungsergebnisse im Rahmen der Bedarfsanalyse ein Raumprogramm erstellt. Der Raumbedarf wird auf rund 1600 Quadratmeter festgelegt und das Gebäude in der derzeitigen Grobplanung in mehrere Bereiche aufgeteilt: Empfang, Mitarbeitenden-Bereich, Gemeinschaftsräume, Sanitärräume, Nebenräume und das Außengelände. Die Grundstücksgröße beträgt 31.900 Quadratmeter.

Auf Grundlage der Ergebnisse der Bedarfsplanung soll im Laufe des Jahres 2026 ein Architektenwettbewerb für das Jugendbegegnungszentrum ausgelobt werden. Den Grundsatzbeschluss dazu muss die Politik noch fassen. Konkrete Ergebnisse könnten dann im kommenden Jahr vorliegen. Der aktuelle Zeitplan sieht darüber hinaus vor, dass das Gelände ab 2029 für den Bau zur Verfügung steht. Zuvor soll das neue Gebäude der Willi-Fährmann-Schule an der Martin-Luther-Straße fertiggestellt und der Übergangsstandort der Förderschule am alten Indestadion aufgegeben werden.  

Bürgermeister Patrick Nowicki ist voll des Lobes für das ambitionierte Vorhaben: „Das geplante Jugendbegegnungszentrum wird zu einem besonderen Treffpunkt für junge Menschen, weil sie bei der Planung und Konzeption intensiv beteiligt waren. Darüber hinaus wird es neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung schaffen und das bestehende Angebot in Eschweiler damit nachhaltig erweitern.“

Foto: Stadt Eschweiler/Michael Grobusch