25 Jahre Euregiobahn: Ausstellung ab 13. Oktober im Rathausfoyer


Als am 7. Juni 2001 der erste Zug der neuen Euregiobahn von Stolberg Hauptbahnhof nach Stolberg Altstadt fuhr, war das die Wiedereröffnung einer Bahnstrecke, die nicht nur die Deutsche Bahn abgeschrieben und deshalb Jahre zuvor stillgelegt hatte. Es war auch der Beginn des Aufbaus eines Schienennetzes in der heutigen Städteregion Aachen, den sich kaum jemand so hätte vorstellen können.

Anders aber war das bei den Verantwortlichen der BSR Naturstein Aufbereitungs-GmbH, die eben diese Vorstellungskraft hatten und die Zukunftschancen des regionalen Bahnverkehrs erkannten. Deshalb hielten sie dem von der Deutschen Bahn seit Jahrzehnten praktizierten Rückbau ihren Mut und ihre privatwirtschaftliche Entschlossenheit entgegen. Ewald Schmitz und Helmut Conrads gründeten die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH und machten sich zum Ziel, stillgelegte Nebenstrecken der Deutschen Bahn im Raum Aachen zu übernehmen und für die spätere Euregiobahn zu sanieren.

Konkret ging es um die sogenannte Ringbahn Stolberg – Herzogenrath mit den Abzweigen Quinx – Broichweiden und Kellersberg – Siersdorf, die Eschweiler Talbahn (Stolberg – Weisweiler) und die Vennbahn Stolberg – Walheim – Raeren. In den Bahnhöfen in Stolberg und Herzogenrath wurden zudem alle Gleisanlagen bis auf wenige durchgehende Hauptgleise übernommen.

25 Jahre ist es mittlerweile her, dass diese Aufbruchstimmung begonnen hat – bis heute mit positiven Auswirkungen auf das tägliche Leben tausender Menschen in der Städteregion Aachen. Das Jubiläum der Euregiobahn bietet eine gute Gelegenheit, an ihre Ursprünge und ihre bemerkenswerte Entwicklung zu erinnern. Am 11. Juli 2026 war das beispielsweise der Fall, als in Stolberg die Erfolgsgeschichte gefeiert wurde. Und auch eine Ausstellung, die seitdem in der Städteregion auf Tour ist, würdigt das 25-jährige Bestehen der Euregiobahn und ihre große Bedeutung für den schienengebundenen Personennahverkehr. Ab dem kommenden Dienstag, 13. Oktober 2026, und bis Freitag, 23. Oktober 2026, ist diese Ausstellung im Foyer des Eschweiler Rathauses zu sehen.

Zu sehen ist dann auch ganz konkret, wie rasant sich die Euregiobahn nach der Inbetriebnahme des ersten Streckenabschnittes entwickelte. 2004 wurde der Personenverkehr auf der Eschweiler Talbahn wieder aufgenommen und das erste Ringbahn-Teilstück Herzogenrath – Merkstein wiedereröffnet. 2005 erreichte die Ringbahn Alsdorf. Der endgültige Lückenschluss fand am 10. Juni 2016 statt. Mit einer Neubaustrecke zwischen Eschweiler-Weisweiler und Langerwehe an der Hauptstrecke Köln – Aachen wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. Und in Stolberg wurde das alte Bahnhofsgebäude zur Konzern- und Betriebszentrale, von der aus per elektronischem Stellwerk der Verkehr auf allen EVS-Strecken gesteuert wird.

Heute verbindet die Euregiobahn als RB 20 die Städte Herzogenrath, Alsdorf, Stolberg, Eschweiler und Langerwehe mit Aachen unter Nutzung von Strecken der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH und der Deutschen Bahn. Zu ihrem Netz gehören vier Strecken mit einer Gesamtlänge von rund 47 Kilometern, auf denen die Euregiobahn verkehrt. Die EVS betreibt auf diesem Netz 21 Haltepunkte. Auch im Güterverkehr schafft die EVS wichtige Verbindungen und trägt damit zur Entlastung des Straßennetzes bei.

Die Ausstellung im Foyer des Eschweiler Rathauses kann zu den üblichen Öffnungszeiten der Verwaltung besucht werden: Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 15.30 Uhr, Donnerstag von 8 bis 17.45 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr.


Foto: Stadt Eschweiler/Michael Grobusch