Seit 25 Jahren treibt die Strukturförderungsgesellschaft Eschweiler die Entwicklung in der Stadt voran. In dieser Zeit hat sie Wohngebiete und Gewerbezentren entwickelt, Baugrundstücke vermarktet, Kindertagesstätten gebaut und Wohnraum geschaffen. Anlass genug, um im Interview mit den beiden Geschäftsführern René Schulz und Stephan Miseré auf eine erfolgreiche Vergangenheit und eine herausfordernde Zukunft zu schauen.
Die Strukturförderungsgesellschaft feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Was bedeutet dieses Jubiläum für Sie persönlich und für die Gesellschaft? Und worauf sind Sie besonders stolz?
René Schulz: Ich bin erst seit zwei Jahren Geschäftsführer. Viele der Projekte, auf die wir heute mit Stolz blicken, sind von unseren Vorgängern sowie zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über viele Jahre hinweg angestoßen und umgesetzt worden. Das Jubiläum ist deshalb auch eine Gelegenheit, all denen zu danken, die die Strukturförderungsgesellschaft mit ihrem Engagement aufgebaut und geprägt haben.
Wenn ich aus meiner Perspektive auf die vergangenen 25 Jahre zurückschaue, sehe ich viele gelungene Projekte und eine Gesellschaft, die sich kontinuierlich weiterentwickelt hat. Natürlich gibt es immer Projekte und Ideen, die wir gerne noch umsetzen würden. Insgesamt können alle Beteiligten aber mit Stolz auf das Erreichte blicken.
Stephan Miseré: In den vergangenen 25 Jahren hat die Strukturförderungsgesellschaft zahlreiche Projekte für die Stadt Eschweiler umgesetzt. Dazu gehören unter anderem neue Wohngebiete, Kindertagesstätten, die Entwicklung von Gewerbeflächen sowie die Sanierung bestehender Gebäude. Insgesamt wurden mehr als 200 Baugrundstücke entwickelt und vermarktet sowie mehrere hundert Betreuungsplätze in Kindertagesstätten geschaffen. Heute bewirtschaftet die Strukturförderungsgesellschaft 277 Wohnungen, davon 107 öffentlich geförderte Wohneinheiten.
Welche Projekte sind besonders in Erinnerung geblieben?
Stephan Miseré: Zu den am meisten prägenden Projekten gehören die Entwicklung von Eschweiler-Ost, mehrere Wohngebiete wie Vöckelsberg, Kiefernweg, Begauer Mühlenweg und Ackerstraße sowie das Ringofen-Gelände und die Fontanestraße/Lessingstraße. Hinzu kommen zahlreiche Sanierungs- und Wohnbauprojekte und der Bau von Kindertagesstätten.
Viele Bürgerinnen und Bürger kennen den Namen der Strukturförderungsgesellschaft, wissen aber nicht genau, welche Aufgaben sie hat.
René Schulz: Als 100-prozentige Tochter der Stadt Eschweiler ergänzt die Strukturförderungsgesellschaft die Arbeit der Stadtverwaltung und übernimmt Projekte, bei denen flexible Strukturen und kurze Entscheidungswege gefragt sind. Über den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung ist die Gesellschaft zugleich eng in die städtischen Entscheidungsstrukturen eingebunden.
Stephan Miseré: Wir wollen uns nicht größer machen als wir sind. Wir ergänzen die Arbeit der Stadtverwaltung überall dort, wo Projekte besondere Flexibilität oder schnelle Entscheidungen erfordern. Die enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ist dabei eine wichtige Grundlage für den Erfolg unserer Projekte.
An welchen Projekten arbeitet die Strukturförderungsgesellschaft derzeit?
René Schulz: Aktuell arbeiten wir mit der Gesellschaft an mehreren Projekten. Dazu gehören die weitere Entwicklung des Baugebiets Patternhof mit der Vermarktung von 17 Baugrundstücken, der dortige Neubau von 24 öffentlich geförderten Wohneinheiten sowie die Erschließung des Baugebiets Fontane- und Eichendorffstraße.
Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie für die Stadtentwicklung und damit auch für die Strukturförderungsgesellschaft in den kommenden Jahren?
René Schulz: Neue Baugebiete müssen heute viel stärker ganzheitlich gedacht werden. Themen wie Klimaanpassung, Energieversorgung und Flächenknappheit spielen bei der Planung eine immer größere Rolle. Für viele dieser Herausforderungen gibt es keine fertigen Lösungen. Deshalb müssen wir bei neuen Projekten immer wieder neue Ansätze entwickeln.
Stephan Miseré: Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum wird eine der zentralen Aufgaben der Strukturförderungsgesellschaft bleiben. Unser Ziel ist es, den Wohnungsbestand für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen weiterzuentwickeln und gleichzeitig bestehende Gebäude zukunftsfähig zu machen. Damit möchten wir auch künftig einen Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung leisten.
Foto: Stadt Eschweiler/Luisa Escherich
