Krisensichere Kommunikation: Notfunk-Knotenpunkt auf dem Rathaus


Das Projekt geht auf die Initiative des Amateurfunkclubs G05 Eschweiler zurück, der das Netz ehrenamtlich aufbaut. „Uns geht es darum zu zeigen, dass krisensichere Kommunikation nicht teuer oder kompliziert sein muss", erklärt der Verein. „Mit ein paar Solarzellen und einem kleinen Funkmodul kann jeder Teil eines Netzes werden, das im Ernstfall wirklich trägt."

Auch Bürgermeister Patrick Nowicki begrüßt das Projekt: „Wir haben hier eine unkomplizierte Möglichkeit gesehen, die Krisenvorsorge in unserer Stadt zu unterstützen. Das Rathaus liegt zentral und bietet die nötige Höhe. Wenn die regulären Netze einmal ausfallen sollten, haben wir damit einen unabhängigen Kommunikationskanal, der der gesamten Bevölkerung offensteht."

Technisch nutzt das System den LoRa-Standard. Die Station ist kaum größer als ein Brotkorb und kommt ohne große Sendeanlagen aus. Beim Energieverbrauch ist sie ebenso minimalistisch: Weniger als zwei Watt genügen, sodass sie im Ernstfall tagelang über einen kleinen Akku oder ein kompaktes Solarpanel läuft. Da das System im lizenzfreien Jedermann-Funkbereich arbeitet, liegt die Sendeleistung weit unter der eines normalen Mobiltelefons. Dauerhafte Funksignale gibt es nicht – die Station wird nur aktiv, wenn tatsächlich eine Nachricht durchgereicht wird.

Nutzen kann das Netzwerk jeder, der sich ein passendes, günstiges Handgerät zulegt – kostenfrei und ohne Anmeldung. Alle nötigen Informationen erhält man beim Amateurfunkclub per Mail unter: dg3kag@darc.de. Mit der Bereitstellung des Rathausdachs leistet die Stadt einen pragmatischen Beitrag zum Katastrophenschutz und zeigt zugleich, wie ehrenamtliches Engagement und Verwaltung zusammenwirken können.


Foto: Amateurfunkclub G05 Eschweiler