Premiere: Brandmeisteranwärter üben Einsatz an einem Elektroauto


In Deutschland sind immer mehr Elektroautos auf der Straße unterwegs. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im ersten Halbjahr 2026 bundesweit rund 1,48 Millionen Pkw neu zugelassen. Mehr als 368.000 davon waren rein elektrische Fahrzeuge. Das entspricht einem Marktanteil von 24,8 Prozent.

Für die Feuerwehren ist dieser Trend mit neuen Herausforderungen verbunden. Denn immer häufiger haben sie es bei ihren Rettungseinsätzen mit Elektroautos zu tun. Diesem Umstand wird jetzt auch in der Ausbildung Rechnung getragen. Ein aktuelles Bespiel liefert die Übung zur technischen Hilfeleistung, die an der Feuer- und Rettungswache am Florianweg in Eschweiler stattgefunden hat. Dort absolvierten 20 Auszubildende im Rahmen ihrer 18-monatigen feuerwehrtechnischen Grundausbildung zum Brandmeister eine praktische Einheit, bei der die Rettung einer eingeklemmten Person mit hydraulischem Rettungsgerät simuliert wurde. Besonderes Augenmerk lag auf den Sicherheitsaspekten beim Umgang mit Hochvolt-Batterien und -Leitungen. Die Übung wurde in dieser Form erstmalig angeboten und soll zukünftig fester Bestandteil der Ausbildung werden.

Insgesamt fünf Fahrzeuge sind von Mazda Motors Deutschland auf Vermittlung von Ralf Behr zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt worden. Der Eschweiler ist Senior Account Manager von Mazda und hat den Kontakt zu dem japanischen Automobilproduzenten hergestellt. Die Übungsfahrzeuge ermöglichen es den Einsatzkräften, unter realistischen Bedingungen an modernster Fahrzeugtechnik im Rahmen des Aus- oder Fortbildungsbetriebes zu trainieren.

Dafür ist die Eschweiler Feuerwehr sehr dankbar, wie Marc Schmitz, stellvertretender Leiter der Feuer- und Rettungswache, betont: „Wir freuen uns sehr, die erlernten Fähigkeiten mit ‚richtigen‘ Fahrzeugen trainieren zu können. Das ist eine außergewöhnliche Erfahrung. Herzlichen Dank dafür an Mazda Motors Deutschland und Ralf Behr.“

Die Übung in Eschweiler fand wie die gesamte 18-monatige feuerwehrtechnische Grundausbildung im städteregionalen Verbund statt. Die 20 jungen Männer sind als Brandmeisteranwärter bei den Feuerwehren Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg, Würselen angestellt. Außerdem beteiligt sich die Nato-Feuerwehr aus Teveren an der Kooperation.

Die Ausbildung hat am 1. April 2026 begonnen. Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung im September 2027 werden die Nachwuchskräfte bei öffentlichen Feuerwehren als Feuerwehrbeamte auf Probe ihre Laufbahn fortsetzen können. Zu den Themengebieten der Ausbildung in Theorie und Praxis gehören unter anderem das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG), das Beamtenrecht, Staatsbürgerkunde, Physik und Chemie, ein Rettungssanitäter-Lehrgang, Praktika bei unterschiedlichen Feuer- und Rettungswachen, der Erwerb des Sportabzeichens, die Rettungsschwimmerprüfung sowie der Erwerb des Lkw-Führerscheins.

Bei den interkommunalen Brandmeisteranwärter-Lehrgängen übernehmen alle beteiligten Kommunen jeweils mit hauptberuflichen Feuerwehren Teile der Ausbildung und stellen Referenten für die unterschiedlichen Lehrbereiche. Die Übung zur technischen Hilfeleistung bei Elektroautos wurde von David Roth aus Alsdorf geleitet. Die Lehrgangsleitung liegt bei Timo Bergrath, er ist Leiter der Ausbildungsabteilung bei der Feuerwehr Eschweiler. Die interkommunale Zusammenarbeit bei der Ausbildung der Brandmeisteranwärter wird in der Region Aachen-Düren seit 2006 am Standort Eschweiler praktiziert

 Foto: Stadt Eschweiler/Michael Grobusch