Der Verfügungsfonds „West.Ideen“ macht es möglich: In Eschweiler-West werden seit September Kinder und Jugendliche aus benachteiligten sozialen Lagen gefördert und in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung unterstützt. Das Projekt wird vom gemeinnützigen Verein „Malaika“ umgesetzt.
Wöchentlich treffen sich in zwei Gruppen insgesamt 24 junge Menschen zwischen neun und 15 Jahren. „Malaika“-Vorständin Katja Reuter zieht nach den ersten Wochen ein rundum positives Fazit: „Wir bieten den Teilnehmenden einen geschützten Raum für Treffen und Gestaltung. Das wird gut angenommen und sehr geschätzt.“
Das Projekt „Stark im Quartier“ richtet sich gezielt an Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf im Quartier West. In diesem Sozialraum gibt es verschiedene Faktoren, die die Entwicklung junger Menschen beeinträchtigen können. Dazu zählen Armut, ein niedriges Bildungsniveau, veralteter Wohnraum, fehlende Freiflächen, langjährige Arbeitslosigkeit, ein Migrationshintergrund sowie mangelnde Integrationserfahrungen. Die betroffenen jungen Menschen haben häufig nur eingeschränkten Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten. Zudem leben sie teilweise in familiären Strukturen, die von Belastungen geprägt sind. Dies kann sich in Verhaltensweisen äußern, die es ihnen erschweren, sich auf schulische und gesellschaftliche Anforderungen einzulassen. Darüber hinaus sind erwachsene Familienmitglieder häufig nur eingeschränkt emotional verfügbar.
„Das Projekt hatte sich im Arbeitskreis Soziale Dienste vorgestellt, und ich freue mich sehr, dass die Unterstützung durch den Verfügungsfonds unkompliziert möglich war. Die Teilnehmenden schöpfen hier viel Kraft für ihren Alltag“, betont die Erste Beigeordnete und Sozialdezernentin Dana Duikers.
„Stark im Quartier“ bietet den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen einen Gestaltungs- und Entwicklungsraum, der ihnen Orientierung gibt und sie persönlich stärkt. Die Treffen finden überwiegend in der Adam-Ries-Hauptschule statt, wo den Teilnehmenden auch ein Werkraum zur Verfügung steht.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen, die Entwicklung und Entfaltung individueller Potenziale sowie die Stärkung des persönlichen Ausdrucks. Weitere Ziele sind die Unterstützung im Umgang mit Herausforderungen, die Vermittlung kultureller Werte unserer Gesellschaft sowie die Förderung von Austausch und Begegnung innerhalb des Sozialraums.
Bei den Treffen erhalten die Teilnehmenden durch spielerische Erfahrungen, das Ausprobieren unterschiedlicher Gestaltungsmaterialien und die soziale Interaktion Raum und Zeit sich mitzuteilen, eigene Ideen einzubringen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und Ängste abzubauen. „Stark im Quartier“ stärkt gezielt wichtige Resilienzfaktoren wie Selbstwirksamkeit, Kreativität, Kommunikations- und Bindungsfähigkeit sowie sozial-emotionale Stabilität. Diese Fähigkeiten sind wesentliche Bestandteile der Persönlichkeitsentwicklung und helfen jungen Menschen dabei, Benachteiligungen auszugleichen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Die Förderung: Gefördert wird „Stark im Quartier“ zunächst bis Ende des Jahres über den Verfügungsfonds der Stadt Eschweiler. Die finanziellen Mittel stammen aus dem gemeinsamen Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt Eschweiler-West“ von Bund und Land Nordrhein-Westfalen. Über den Verfügungsfonds werden Vereine, Initiativen und engagierte Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützt, eigene Ideen für das Quartier umzusetzen und das Zusammenleben vor Ort aktiv mitzugestalten. Das Projekt „Stark im Quartier“ zeigt, wie durch lokales Engagement und finanzielle Unterstützung nachhaltige Angebote entstehen können, die den Zusammenhalt im Quartier fördern und Kindern und Jugendlichen neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.
Der Verein: Der gemeinnützige Verein „Malaika“ wurde 2009 gegründet und setzt sich seitdem für die Lern- und Lebensfreude sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher ein. Seit Januar 2010 unterstützt der Verein durch die erfolgreiche Einführung des Förderkonzepts „Glück“ an Schulen die Persönlichkeitsentwicklung und stärkt die sozial-emotionalen Fähigkeiten junger Menschen. Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Therapeutinnen und Therapeuten tragen dazu bei, den Ansatz auf weitere Einrichtungen zu übertragen und seine langfristige Umsetzung und Weiterentwicklung zu ermöglichen.
Foto: Malaika/Katja Reuter
