Jugendbegegnungszentrum: Ausschuss beschließt Wettbewerb


Die nächste Weichenstellung ist vollzogen: Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität hat mit großer Mehrheit die Realisierung eines Architekturwettbewerbs für die weitere Planung des neuen Jugendbegegnungszentrums am früheren Indestadion beschlossen. Damit wird eine wesentliche Voraussetzung für die Förderung des Projektes erfüllt. Das Ziel des Wettbewerbs ist, einen baulichen Entwurf mit Leuchtturm-Charakter zu finden, der die Ergebnisse der Jugendbeteiligung aufgreift.

Die Vorteile eines Architekturwettbewerbs liegen in der Qualitätssicherung, der Ideenvielfalt und ihrer Wirtschaftlichkeit. Die Auswahl aus zahlreichen kreativen und qualitativ hochwertigen Entwürfen soll dabei helfen, die beste bauliche Variante des Projekts zu finden. Aufgrund der Konkurrenzsituation können zudem die Kosten des Baus und des laufenden Betriebs reduziert werden.

Für die Umsetzung des Wettbewerbs soll in einem ersten Schritt ein Wettbewerbsbetreuer beauftragt werden, der die Umsetzung des Wettbewerbs begleitet. Dessen Auswahl übernimmt die Starke Projekte GmbH. Sie unterstützt im Auftrag des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW die Städte und Gemeinden im Rheinischen Revier, um die städtebaulichen Folgen des Strukturwandels zu bewältigen. Die Stadt Eschweiler profitiert davon sowohl bei der Planung als auch bei den Vergabeprozessen für das Jugendbegegnungszentrum.

Der Wettbewerb soll im zweiten Halbjahr 2026 beginnen, die Ergebnisse werden im Laufe des kommenden Jahres vorliegen. Der aktuelle Zeitplan sieht darüber hinaus vor, dass das Gelände ab 2029 für den Bau zur Verfügung steht. Zuvor soll das neue Gebäude der Willi-Fährmann-Schule an der Martin-Luther-Straße fertiggestellt und der Übergangsstandort der Förderschule an der Franz-Rüth-Straße aufgegeben werden.

 

Zum Hintergrund: Auf dem rund 2,5 Hektar großen Gelände des ehemaligen Indestadions in Eschweiler wird das neue Jugendbegegnungszentrum entstehen, das neben Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten auch Beratungsdienste, interkulturelle Veranstaltungen und verschiedene Outdoor-Freizeitaktivitäten anbieten soll. Besonderes Merkmal des Vorhabens ist die kontinuierliche aktive Einbindung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Die Skizze für das von Bund und Land NRW geförderte Strukturwandelprojekt „Jugendbegegnungszentrum“ wurde im Rahmen des Aufrufs „Stadtentwicklung für das Rheinische Revier der Zukunft“ vom Aufsichtsrat der Zukunftsagentur als „substanzielle Projektidee“ eingestuft und im Qualifizierungsverfahren damit offiziell mit einem ersten Stern ausgezeichnet. Als Leuchtturmprojekt des Strukturwandels werden hohe Ansprüche an das pädagogische Konzept und die technische Gestaltung des Gebäudes gestellt.

Ende 2024 wurden zwei Verfahrensbausteine beauftragt, die die Grundlagenermittlung als Basis für die weitere Planung liefern. Beide Leistungen wurden parallel und in enger Abstimmung durchgeführt, da sie sich inhaltlich wechselseitig bedingen und im Ergebnis zusammengeführt werden. Zum einen

wurde ein Jugendbeteiligungsverfahren vom Büro „Squirrel & Nuts“ konzeptioniert und umgesetzt, das speziell auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene abgestellt war. Zum anderen wurde eine Raumbedarfsplanung von der Agentur „SozialGestaltung“ erstellt, die die Anforderungen und Nutzungen, die

sich die Kinder und Jugendlichen wünschen, sowie die Anforderungen der Fachplanungsämter in einem Raum- und Funktionsprogramm abbildet.

Das vom beauftragten Büro konzeptionierte Jugendbeteiligungsverfahren konnte im vergangenen Herbst zum Abschluss gebracht werden. Wesentliche Ergebnisse, die sich aus den Wünschen und Ideen ergeben, sind unter anderem

Sportangebote, Lesungen, ein Lagerfeuerplatz, eine nutzbare Küche, Chill- Ecken sowie Konzerte und Gaming-Nachmittage.

Das Büro „SozialGestaltung“ hat auf Grundlage der Befragungsergebnisse im Rahmen der Bedarfsanalyse ein Raumprogramm erstellt. Der Raumbedarf wird auf rund 1600 Quadratmeter festgelegt und das Gebäude in der derzeitigen Grobplanung in mehrere Bereiche aufgeteilt: Empfang, Mitarbeitenden-Bereich, Gemeinschaftsräume, Sanitärräume, Nebenräume und das Außengelände. Die Grundstücksgröße beträgt 31.900 Quadratmeter.

Foto: Stadt Eschweiler/Michael Grobusch