Sanierung der Grundschule Stadtmitte ist abgeschlossen


In den Ferien wird in der Evangelischen Grundschule Stadtmitte (EGS) für längere Zeit Ruhe einkehren. Es ist das erste Mal seit dem Beginn der Sanierungsarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe vom 14. und 15. Juli 2021. Das Gebäude an der Jahnstraße 21 gehörte zu den am stärksten betroffenen städtischen Immobilien und ist in den vergangenen Jahren von Grund auf erneuert worden.

Das ganze Ausmaß der Schäden hatte sich erst in den Wochen und Monaten nach der Flut offenbart. Am Ende der Bestandsaufnahme stand fest, dass nur das Obergeschoss weitgehend verschont geblieben war. Keller- und Erdgeschoss hingegen mussten umfangreich saniert und in Teilen zunächst sogar in den Rohbauzustand zurückversetzt werden.

„Wer die Evangelische Grundschule Stadtmitte heute betritt, wird nicht mehr erkennen können, dass diese Schule vor fünf Jahren unter Wasser stand“, zeigt sich Bürgermeister Patrick Nowicki bei einer Ortsbesichtigung beeindruckt. Lediglich im Eingangsbereich fehlt noch ein letzter Pinselstrich. Doch das fällt nur bei genauem Hinsehen auf. Der Gesamteindruck ist ein anderer – und er täuscht nicht: Die EGS ist nach neuesten Standards wiederaufgebaut worden und damit eine moderne und für die Zukunft bestens aufgestellte Grundschule. Das freut auch den Bürgermeister: „Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen und motiviert uns, den Wiederaufbau nach der Flut weiter voranzutreiben“, sagt Patrick Nowicki.

„Es war eine große Herausforderung, die verschiedenen Bauabschnitte umzusetzen, ohne den laufenden Schulbetrieb zu sehr zu stören und zu belasten“, blickt Achim Bong derweil noch einmal zurück. Der Geschäftsführer der Viscon GmbH hat im Auftrag der Stadt Eschweiler die Projektsteuerung für den Wiederaufbau der Grundschule übernommen. „Die Kinder und die Mitarbeitenden sind wirklich häufig Beeinträchtigungen ausgesetzt worden. Das waren für sie oftmals keine leichten Zeiten“, weiß Bong. Aber der Ingenieur sieht auch die andere, die schöne Seite der sprichwörtlichen Medaille: „Es gab die vielleicht einmalige Chance, das Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen – baulich, technisch, digital.“

Und diese Chance wurde genutzt, unterstreichen Achim Bong und die ebenfalls federführend am Projekt beteiligte Architektin Anna Venderbosch (WVR Architekten). Das ist mit viel Aufwand, in vielen kleinen Abschnitten und weitgehend ohne Zugriff auf die Pläne des Gebäudes geschehen – sie waren im Keller des Rathauses gelagert und wurden dort nahezu alle von den eindringenden Wassermassen zerstört. Erschwerend kam hinzu, dass das 1970 fertiggestellte Gebäude in den Folgejahren mehrfach erweitert wurde und keine einheitliche Baustruktur besitzt. Jetzt aber, fast genau fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe, sind die Arbeiten abgeschlossen.

Unmittelbar nach der Flut, zu Beginn des Schuljahres 2021/22, war die Schulgemeinschaft zunächst auf die Bischöfliche Liebfrauenschule (Klassen 3 und 4) und die Barbaraschule am Standort Röthgen (Klassen 1 und 2) aufgeteilt worden. Bereits im Sommer 2022 konnten die meisten Räume im Erd- und Obergeschoss wieder bezogen werden. Wegen der weiterhin laufenden Arbeiten im Souterrain wurden allerdings Ausweichmöglichkeiten in der benachbarten Hauptschule geschaffen. Die Klassen- und Fachräume wurden in mehreren Abschnitten saniert, der letzte konnte im Sommer 2024 abgeschlossen werden.

Im Februar 2025 ging die Mensa wieder in Betrieb. Damit war das Untergeschoss, in dem sich auch mehrere Klassen, der Bewegungs- sowie ein Ruheraum befinden, vollständig wiederhergestellt.  In einem letzten Schritt ging es schließlich um weitere Beton- und Schadstoffsanierungen in zwei Räumen sowie im Flur des Erdgeschosses. Die gravierenden Mängel an der Betondecke waren erst während der anderen Sanierungsarbeiten festgestellt worden. Das Außengelände ist ebenfalls fertig. Dazu gehören auch der neue Gemüsegarten sowie eine Terrasse, die an die Mensa grenzt und im Sommer für das Mittagessen genutzt werden kann.  

Die Evangelische Grundschule ist Teil des Schulzentrums Stadtmitte, zu dem auch die Adam-Ries-Hauptschule gehört. Sie musste mit einem ähnlich großen Aufwand saniert werden. Auf ihrem Schulhof stehen in den Sommerferien noch letzte Restarbeiten an. 

Insgesamt hat die Stadt Eschweiler knapp elf Millionen Euro in den Wiederaufbau von Grund- und Hauptschule investiert. Die Kosten werden über den Wiederaufbauplan von Bund und Land Nordrhein-Westfalen abgedeckt. „Die Kosten bei der Sanierung des Schulzentrums sind im Rahmen der ursprünglichen und im Wiederaufbauplan angemeldeten Kalkulation geblieben“, betont Brigitte Höne und lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich noch einmal die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Eschweiler als Bauherrin und den mit der Sanierung beauftragten Firmen. Auch das passt zum positiven Gesamtbild der Grundschule Stadtmitte nach schwierigen Zeiten.

Fotos: Stadt Eschweiler/Michael Grobusch